Sonntag, 21. November 2010
Ich kann nicht aufhören jedes mal zu lachen, wenn ich mir dieses Bild angucke.
Unweigerlich werden die Paviane in meinem Kopf mit anzugtragenden Großstadtaffen vertauscht.
Ich frage mich ob es wirklich in der Natur des Menschen liegt egoistisch zu sein.
Noch wenige Sekunden bevor das Bild zustande kam prügelten sich geschätzte 100 keifende Affen um die letzten Möhren, damit sie sich nach erfolgreichem Ergattern in den Fels retten können, dankend der Welt die purpurrote Kehrseite präsentierend.
Hat es nicht eine frappierende Ähnlichkeit mit so vielen Menschen auf der Welt? Wie furchtbar kann es werden wenn man bedenkt, dass der Mensch mit purer Absicht so handelt? Die Frage bleibt: Ist es in uns?
Vermutlich ist jeder von uns mal egoistisch. Vielleicht liegt es tatsächlich in unser Natur.
Aber dagegen tun kann man mit Sicherheit etwas, indem man sich jedes mal aufs neue Ohrfeigt.
Einfach nur, weil man für sich selbst den Anspruch hat besser zu sein,
als zwei rotbackige Paviane auf einem Felsen.
Montag, 25. Oktober 2010
Herzberührend, nicht wahr?
Als würde sich der gesamte Schmerz, jeder Frust, alle Enttäuschung und vor allem jede Hoffnung, in diesem einen Satz wiederspiegeln. Man malt sich automatisch Situationen aus, Momente, Augenblicke, in denen man versucht zu fühlen was der Mensch gefühlt hat, wie es ihm erging, was er dachte, was er sich wünschte. Denn schließlich, so scheint es kennt jeder eines dieser Gefühle, die unser Leben in vollstem Maße treffen und uns kurzerhand aus der Bahn befördern wollen.
Und obwohl ich den Menschen nicht kenne, nichts über ihn weiß, es vermutlich nie werde, empfinde ich Mitleid. Ein wichtiges Gefühl. Vielleicht sogar eines derer, die uns Menschen zu etwas besonderem macht. Nur scheint man sich die Zeit nehmen zu müssen an verschmierten Säulen stehen zu bleiben, um dieses Gefühl fühlen zu können, und wer tut das schon gerne. Schließlich hat man für nichts wirklich Zeit. So glaubt man. Dennoch gibt es Zeit genug, man muss sie sich nur nehmen.
Für mehr Zeit an beschmierten Säulen.
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Provokation.
"Schön! Blumen aus Kreide. Vermutlich gemalt von kleinen Kindern,die sich lachend ausbreiten konnten", dachte ich mir aus der Ferne. Die Botschaft wirkt erst auf den zweiten Blick, nur für die, die sich die Zeit nehmen sie zu lesen. "How to kill a cop", ein Meinungsbild, eine Beschwörung, eine Androhung. Böse und dunkel unter einem schönen Blumengeflecht, als würde es unter der Erde lauern, warten, bis zu dem Moment, an dem das Wissen zu Tage kommen muss.
Füße die davon laufen. Ob sie gesehen haben, worüber sie vor wenigen Momenten gingen?
Das Bild entließ mich zögernd aus seinem Bann, mit einem flauen Gefühl der Ungewissheit. Schließlich können wir andere nur vor dem schützen was wir sehen, nicht aber dem was unter der Erde lodert.
Mittwoch, 13. Oktober 2010
Ich frage mich manchmal, ob Schönheit ein Lebenszweck ist. Ob es manche Wesen nur gibt, sei es Mensch, Katze oder Vogel, um zu gefallen, um glücklich zu machen.
Vielleicht ist die einzige Aufgabe dieses so filigran gearbeiteten Federkleides andere zum Staunen zu bringen. Genau hinzusehen. Die verschiedenen Schichten dieser tausenden Federn zu ergründen, es nicht zu schaffen und sich dann einfach zu freuen, über das Kunstwerk, dass auf dem Kopf eines kleinen Vogels prangen kann. Vielleicht ist es mit uns Menschen ja nicht anders. Vielleicht mögen wir das Schöne, weil es uns glücklich macht. Wir neiden oft, schauen uns um, denken über das nach was andere haben, man selbst vielleicht nicht. Trotzdem glaube ich, dass es ohne Schönes in der Welt viel weniger Trost gäbe.
Ich finde es gut zu wissen, dass es Wesen gibt die Kunst auf ihrem Kopf tragen. Ich selbst fühle mich gut wie ich bin. Der Vogel macht mich glücklich.
Dienstag, 12. Oktober 2010
Ich stand vor diesem Baum, nein eigentlich saß ich davor. Blickte ihn an und konnte nicht wegsehn, weil mich irgendetwas band, gar festhielt. Zehn Minuten vergingen, da sah ich plötzlich ein leicht schimmerndes Grün auf dem Baum. Etwas so eingehendes, so deutliches, und gleichzeitig so fremd gewesenes, dass ich es in voller Klarheit erst nicht wahrnehmen konnte.
Wie gebannt stand ich eine gefühlte Ewigkeit: starrend, grübelnd, fliegend, denkend und innerlich strahlend vor diesem Baum. Sah mir diese simple Weisheit an. Ich fragte mich wo der Frieden wohl hin laufen konnte? Was passiert wenn sich mit der Zeit etwas aus dem Kreis löst? Dass sich zwischen trügerischen Liebesbotschaften für die Ewigkeit das wirklich Wichtige verläuft?
Ich frage mich, welcher Frieden wohl gemeint sein könnte, ich habe meine Antwort...voller Freude über die simple Weisheit eines alten Baumes.
Montag, 11. Oktober 2010
Man scheint schnell zu vergessen.
Schnell zu verlernen.
Man saß noch vor wenigen Tagen, vielleicht auch Monaten,
an einem Ort, blickte, und wurde sich bewusst, wie schön etwas ist, wie gut etwas ist.
Man freute sich über die Gestalt, versprach sich selbst öfter genau hinzusehen, doch tat man es nie. Man läuft vorbei an wundersamen Gestalten, großen Gemälden, atemberaubenden Landschaften und wundervollstem Kleingesindel ohne es zu sehen, ohne es wahrzunehmen ; eine Welt in der Welt die man beschreitet, die einem nur selten vor Augen erscheint.
So scheint es fast traurig, dass man diese Weltenwelt des Wunderbaren kaum erkennt.
Darum möchte ich sie wenigstens manchen Menschen ab und zu wieder zeigen. Damit sie nie ganz vergessen.
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